WILLST DU GROSSE REDEN SCHWINGEN…LASS DEN CHALKEDON DIR BRINGEN

Die Namensgebung war wahrscheinlich auf seinen ersten Fundort (der am Bosporus gelegenen antike Stadt Chalkedon = Karthago = Karchedon) zurückzuführen. Jedoch waren damit erst einmal die roten Quarzsteine gemeint. Es gibt auch eine Überlieferung, die einen Rückschluss der Namensherkunft auf die griechische Offenbarung des Johannes zulässt. Er schreibt, der dritte Stein der Stadtmauer des himmlischen Jerusalem sei ein Chalkedon (altgriechische Lautschrift). Dabei ist aber nicht klar, welche Mineralien Johannes in der Offenbarung tatsächlich gemeint hat. Erst ab dem 13. Jahrhundert, seit Albertus Magnuns, wird das heutige, hellblaue Mineral damit bezeichnet. Vorher gab es viele Synonyme wie: Kalzedon, Katzedonier…oder im Volksmund gerne Milchstein oder Rednerstein genannt.

Der Abbau von Chalcedon erfolgt unter anderem in Brasilien, in der Türkei und Namibia lagern nennenswerte Vorkommen von blauem Chalcedon, in Indien und Russland eher rötlicher Stein, gefärbt durch Eisenoxide. Er entsteht durch allmähliches austrocknen von wässriger Kieselsäure und je nachdem welche Mineralstoffe sich einlagern verändert sich seine Optik und es bilden sich andere Farben heraus, wie zum Beispiel Braun-, Rot- oder Grüntöne. In der modernen Mineralogie steht „Chalcedon“ im weiteren Sinne als Begriff für mikrokristalline faserige Quarze. Im engeren Sinn ist damit jedoch  der milchig wirkende, helle pastellig blaue Edelstein gemeint, auch als „blauer Mondstein“ bekannt. Deshalb spielt er in unserer Kollektion La LUNA…angels dream quasi als Vollmond eine Hauptrolle:
D_AND_image_Ringturm_AG-3Aber auch schon vor Drachenfels-Design schmückte man so allerlei mit dem stabilen und doch so zart wirkenden Stein. Steinzeitliche Funde belegen, dass er sogar zur Herstellung von Waffen verwendet wurde und im Altertum diente er zur Herstellung von Gemmen, Schmuckstücken und Kunstgegenständen. Große Stücke wurden auch als Baumaterial für Säulen verwendet oder für Tischplatten. Ein besonders schönes Prunkgefäß aus Chalzedon befindet sich im grünen Gewölbe in Dresden: Das Bad der Diana.

Chalcedon besitzt aber auch noch andere Verwendungsmöglichkeiten. Es wird berichtet, dass Demosthenes, einer der bedeutendsten griechischen Redner, zu Sprachübungen einen Chalcedon in den Mund genommen haben soll um laut und klar sprechen zu können. Deshalb ist er wohl auch mit dem Namen „Rednerstein“ geläufig, weil er auf die kommunikativen Fähigkeiten seiner Besitzer Einfluss ausüben soll. Es heißt außerdem, dass die Wirkung des  Chalcedon diplomatisches und zielsicheres Argumentieren erleichtert und helfen könnte Besonnenheit zu bewahren und vom Jähzorn abzuwenden. Gut auch wenn man zum Beispiel zwischen zwei gegensätzlich gesinnten Parteien vermitteln möchte. Im Allgemeinen scheint der Chalcedon sehr gut bei Beschwerden im Hals- und Rachenbereich behilflich zu sein. Wir hoffen also, dass sie nach der ersten Sprachlosigkeit über unseren gigantischen LUNA Ring schnell wieder ihre Worte finden!

Da sie vermutlich aber nicht wie Demosthenes den ganzen Ring in den Mund bekommen empfiehlt Hildegard von Bingen: Für die Gabe des freien Redens solle man den Chalcedon anhauchen, auf dass er feucht werde und diesen dann mit seiner Zunge ablecken. Das macht ihm nichts aus…

Empfindlich ist er allerdings was Chemikalien anbelangt hinsichtlich seiner Farbstabilität. Ringe mit blauem Chalcedon sollte man demnach vor der Hausarbeit oder dem Hantieren mit z.B. Reinigungsmitteln, besser ablegen. Intensive, dauerhafte Sonnenbestrahlung, Schwarzlicht und Solarium könnten dazu führen, dass das schöne Blau langsam verblasst und nur noch ein verwaschenes Grau übrig bleibt!